Zuckerkoma – Reisen für Naschkatzen: 5 Haltestellen für den süßen Hunger

Reisen für Naschkatzen (Quelle: © StefanieB. - Fotolia.com)

Als Süßspeisen-Fan ist man stets auf der Suche nach Reisezielen, die sich die eine oder andere Kalorienbombe auf die Fahne geschrieben haben – und davon gibt es besonders in Europa einige: „Gerade die europäischen Städte haben durch ihre kulturelle Vielfalt kulinarisch eine Menge zu bieten“, erklärt der Münchner Sternekoch Alfons Schuhbeck. Hier die Top 5 Süßspeisen-Metropolen Europas:

 

 

In Barcelona gibt es viel zu naschen (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © currystrumpet)

In Barcelona gibt es viel zu naschen (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © currystrumpet)

  • Barcelona

Durchaus unerwartet ist Barcelona auf der Liste der Dessert-Hauptstädte: Bis vor einiger Zeit konnte man hier noch kaum mit etwas anderem als Schokolade und Churros rechnen. Doch seit hier in den 90er Jahren Albert Adrià zusammen mit anderen Patissiers die Welt der Süßspeisen revolutioniert hat, schießen die Chocolatiers und Nachtischspezialisten aus dem Boden. Im Espai Sucre etwa, dem weltweit ersten Dessertrestaurant (hier gibt es nur Süßspeisen), jagt eine ausgefallene Kreation die andere: Von Zitronensuppe mit grünem Apfel und Joghurtsorbet über Ziegenkäsekuchen mit Himbeeren, rotem Pfeffer und Ingwer gibt es alles, was das experimentierfreudige Naschkatzen-Herz begehrt.

 

  • Straßburg
Die Straßbourger Backkunst ist berühmt (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Pethrus )

Die Straßbourger Backkunst ist berühmt (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Pethrus )

Etwas traditioneller – aber nicht weniger fein – geht es in Straßburg zu. Die Elsässer lieben ihre Konditoreiprodukte: Obst- und Käsekuchen, Brioches, Eis-Meringen, Lebkuchen, Makronen, Konfitüren und Fruchtgelee. Besonders bekannt sind die Bredele-Kekse, die vor allem zu Weihnachten gebacken werden, und die es in unzähligen Variationen gibt – die Rezepte werden als Familiengeheimnis gehandelt und von Generation zu Generation weitergegeben. Aber auch an Schokoladen und Pralinen haben die Patisserien Straßburgs einiges zu bieten und sind allemal einen Besuch wert.

 

Das Kopenhagener Gebäck ist weltberühmt (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Matt Barber)

Das Kopenhagener Gebäck ist weltberühmt (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Matt Barber)

  • Kopenhagen

In der dänischen Küche sind Süßspeisen weit verbreitet. Vom weltberühmten Wienerbrød, das anderenorts als Kopenhagener Gebäck oder Danish bezeichnet wird, über Aebleskiver (mit Obstmus gefüllte kleine Krapfen) zum Kransekage, einem mehrstöckigen Marzipankuchen, kann man eine Menge ausprobieren.

Ein absoluter Klassiker ist auch die Rødgrød med fløde – Rote Grütze mit Sahne: Warme und kalte Grützen aller Art haben in Dänemark lange Tradition und werden zunehmend wiederentdeckt – so serviert etwa das Restaurant Grød im Herzen Kopenhagens ausschließlich Grütze.

Allerdings hat die süße Küche Kopenhagens auch ein paar Absonderlichkeiten auf Lager. Zum Beispiel das Øllebrød: eine süße Brot-Bier-Suppe, die besonders bei Kindern beliebt ist. Seinen Ursprung hatte das Øllebrød aber in Klostern, wo Mönche übrig gebliebenes Roggenbrot in heißes Bier eintauchten.

 

  • Stockholm
Mit Semlor bietet Stockholm eine Art Windbeutel (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Frugan)

Mit Semlor bietet Stockholm eine Art Windbeutel (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Frugan)

Schweden hat sogar einen eigenen Feiertag für seine beliebteste Süßspeise: Der 4. Oktober ist der Kanelbullens Dag. Kanelbullar sind eine Art Zimtschnecke, die mit Kardamom und Hagelzucker verfeinert wird. Im Allgemeinen sind die schwedischen Süßspeisen sehr kalorienreich. Zum Beispiel besteht die (nicht nur aus dem Ikea-Restaurant bekannte) Prinsesstårta nur aus Eiern, Zucker, Sahne und einem grünen Marzipanguss.

Aber auch Semlor – ein Hefegebäck – deckt den Kalorienbedarf für den ganzen Tag: Früher vor dem Fasten gegessen, ist das dem Windbeutel ähnliche Gebäck gefüllt mit Marzipan und geschlagener Sahne.

Abseits von Gebäck und Kuchen bietet Schweden aber auch allerlei andere süße Versuchungen. Mit Godis etwa ist alles gemeint, was in Richtung Leckereien geht, also Bonbons, Fruchtgummis oder Schokolade, und können in fast allen Supermärkten kellenweise gekauft werden. Ebenfalls beliebt sind auch süße Fruchtsuppen, zum Beispiel aus Blaubeeren oder Hagebutten, die sowohl als Dessert als auch als Vorspeise gegessen werden.

 

  • Istanbul
Istanbul ist die Stadt der Naschkatzen (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Quick fix)

Istanbul ist die Stadt der Naschkatzen (Quelle: Commons.Wikimedia, Public Domain © Quick fix)

Der Klassiker unter den Süßspeisen-Hauptstädten hat mehr zu bieten als Baklava – die aber natürlich auch nicht zu verachten sind! Lokum etwa hat es als ‚Turkish Delight‘ zu Weltruhm gebracht – nicht zu verwechseln mit türkischem Honig, eine Form von weißem Nougat. Die türkischen Süßspeisen schmecken aber nicht nur gut, sondern haben auch klingende Namen wie Dilber dudağı – ‚Schöne Lippen‘ – in Sirup getauchte Teigstücke, oder ‚Bülbül yuvasõ‘ – Nachtigallennester: ein Gebäck aus Filoteig mit Sirup und Pistazien.

Besonders in Istanbul beliebt sind auch die Muhallebici – Puddingshops. Hier gibt es den Muhallebi, einen einfachen Reismehlpudding, aber auch den im Ofen gebackenen, dicken Reispudding Firin sütlaç und – für den westeuropäischen Gaumen ungewohnt – Tavukgögsü: eine Milchspeise mit zerkochten Hühnerbrustfasern.

In Istanbul stolpert man überall über Konditoreien und Süßigkeitenläden: Torten, Kekse, Marzipan, getrocknete Früchte, Eis oder Kompott – die Türken sind ausgesprochene Naschkatzen.

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